Projektansatz

Stärken als Kompass für den eigenen Lebensweg


„komm auf Tour“ ist ein erlebnis-, handlungs- und kompetenzorientiertes Projekt zur Stärkenentdeckung, Beruflichen Orientierung und Lebensplanung und richtet sich an Schüler:innen von 12 bis 15 Jahren aller Schulformen. Es wurde 2006 in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und der Bundesagentur für Arbeit entwickelt und wird bundesweit durch Sinus – Büro für Kommunikation GmbH umgesetzt. 

Im Mittelpunkt stehen ausschließlich die Stärken der Teilnehmenden. Dabei wird das bewährte Konzept der sieben „komm auf Tour“-Stärken eingesetzt – anschaulich aufbereitet, leicht verständlich und direkt an der Lebenswelt der Schüler:innen orientiert. Über interaktive und lebensnahe Methoden entdecken die Schüler:innen, was sie gut können, reflektieren ihre Interessen und entwickeln erste Ideen für passende Berufsfelder, Praktika und wie sie später einmal leben möchten.

Das Projekt ergänzt somit schulische und regionale Pläne zur Beruflichen Orientierung durch verschiedene Formate. Ein besonderer Hingucker sind dabei die Module mit großflächigen Erlebniswelten. Der 500 qm große Erlebnisparcours und der 100 qm große Erlebnisraum schaffen eine motivierende Umgebung für die handlungsorientierten Methoden.

Berufliche Orientierung und Lebensplanung greifen ineinander und werden bei „komm auf Tour“ stets zusammen gedacht. Deshalb sind die Themen Familie, Freundschaft, Partnerschaft und Verhütung altersgerecht und diversitätssensibel integriert. So werden Schüler:innen frühzeitig gestärkt, Selbstständigkeit und Entscheidungsfähigkeit zu entwickeln, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und ihren Lebensweg aktiv zu gestalten.

Von der Stärkenentdeckung zur sicheren Entscheidung: „komm auf Tour“ als Begleiter im BO-Prozess

Berufliche Orientierung (BO) ist kein punktuelles Ereignis, sondern ein komplexer, mehrdimensionaler Prozess, der sich klassischerweise in vier aufeinander aufbauende Phasen verläuft:

Einstimmen: Sich selbst kennenlernen, Potenziale entdecken und über die eigene Zukunft nachdenken.

Erkunden: Berufliche Felder, Lebensentwürfe und reale Perspektiven entdecken.

Entscheiden: Auf Basis von Selbsterkenntnis passende Wege auswählen.

Erreichen: Konkrete Ziele umsetzen und Übergänge souverän gestalten. 

„komm auf Tour“ setzt mit verschiedenen Modulen in der Einstimmungsphase an. Das beliebteste Projekt ist der Erlebnisparcours. Hier wird das notwendige Fundament geschaffen: Schüler:innen werden spielerisch dabei unterstützt, ihre individuellen Stärken zu erkennen und zu reflektieren. Ziel ist es, ein tiefes Bewusstsein dafür zu schaffen, dass fundiertes Selbstwissen die Grundlage für alle späteren Entscheidungen im schulischen und beruflichen Werdegang bildet.

Über den initialen Impuls hinaus begleitet „komm auf Tour“ die Jugendlichen mit aufbauenden Modulen – wie z.B. der Zukunftswerkstatt – durch die anknüpfenden Phasen des Erkundens und Entscheidens.

Eine vertiefte Einordnung der Wirkungsweise und der Rolle von „komm auf Tour“ im Gesamtkontext der Beruflichen Orientierung finden Sie im aktuellen Wirkungsbericht 2024/25. Er zeigt, wie das Projekt Jugendliche frühzeitig stärkt und nachhaltige Entwicklungsprozesse anstößt.

2022 löste fast jede dritte Person in Deutschland ihren Ausbildungsvertrag – 2010 lag die Quote noch unter zehn Prozent. Wer bei der Berufswahl Kompromisse macht und nicht den Wunschbereich wählt, hat ein deutlich höheres Abbruchrisiko.

bildungSPEZIAL, Friedrich Verlag (2025)

Studienergebnisse und Erkenntnisse aus der Berufsberatung zeigen, dass ein noch frühzeitigerer Beginn des Berufsorientierungsprozesses schon ab Klasse 5 bis 7 sinnvoll sein kann

G.I.B. – Berufliche Orientierung so früh wie möglich

Pädagogisches Fundament: Der ressourcenorientierte Stärken-Ansatz

Das Projekt konzentriert sich konsequent auf die Förderung der Selbstwirksamkeit und nutzt dafür den Stärken-Ansatz: In moderierten, geschützten Settings entwickeln Jugendliche eine fundierte Sprache für ihre eigenen Interessen und Fähigkeiten. Zentrales Anker-Element sind dabei die geschützten „komm auf Tour“-Stärken-Symbole. Als exklusives und wiederkehrendes Instrument ziehen sie sich durch alle Module und schaffen eine niedrigschwellige, gemeinsame Sprache. Sie machen abstrakte Kompetenzen greifbar, fördern den Transfer in den Alltag und stärken nachhaltig das Vertrauen in die eigene Entscheidungsfähigkeit an Übergängen.

für Ordnung und
Struktur sorgen – verwalten, organisieren, ordnen, aufräumen, sortieren, anleiten, planen, managen

Meine Ordnung

mit Zahlen /
Geld / IT umgehen – verkaufen, kaufen, rechnen, programmieren, logisch denken, bilanzieren, vernetzen

Meine Zahlen

kreativ sein
und gestalten – kochen, musizieren, schreiben, malen, zeichnen, inspirieren, unterhalten, performen, darbieten

Meine Fantasie

mit Pflanzen /
Tieren, in Natur + Umwelt arbeiten – anbauen, züchten, ernten, pflegen, füttern, schützen,
erhalten

Mein tierisch grüner Daumen

mit anderen
kommunizieren – verkaufen, beraten, zuhören, präsentieren, überzeugen, informieren, vernetzen, erklären

Mein Reden

mit Kraft
und Geschick arbeiten – handwerken, bauen, Technik, zeichnen, gestalten, Sport

Meine Hände

Menschen helfen –
pflegen, betreuen, helfen, Teamwork, versorgen, mitfühlen, unterstützen

Meine Dienste

Pädagogisches Fundament: Die pädagogisch-didaktischen Dimensionen

Positive Psychologie
Eigene Stärken erkennen & positives Emotionserlebnis durch positive Bestärkung & Stärkenvergabe

Netzwerke
Einbindung lokaler Akteure zur Förderung intersektionaler Netzwerke und personeller Kommunikation

Stärkenorientierung
Positives Selbstkonzept & Selbstwirksamkeit durch persönliche Rückmeldung & Dokumentation

Kompetenzen
Wissen, Verständnis, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Handlung, Erfahrung, Motivation, Interesse

Lebensweltbezug
Echtes Handeln mit lebensweltlichen Materialien in alltagsnahen Kontexten und Reflexion des Lernerfolgs

Klischeefreiheit
Offenheit für und Auseinandersetzung mit vielfältigen Lebens- und Berufsbildern

Positive Psychologie
Eigene Stärken erkennen & positives Emotionserlebnis durch positive Bestärkung & Stärkenvergabe

Netzwerke
Einbindung lokaler Akteure zur Förderung intersektionaler Netzwerke und personeller Kommunikation

Stärkenorientierung
Positives Selbstkonzept & Selbstwirksamkeit durch persönliche Rückmeldung & Dokumentation

Kompetenzen
Wissen, Verständnis, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Handlung, Erfahrung, Motivation, Interesse

Lebensweltbezug
Echtes Handeln mit lebensweltlichen Materialien in alltagsnahen Kontexten und Reflexion des Lernerfolgs

Klischeefreiheit
Offenheit für und Auseinandersetzung mit vielfältigen Lebens- und Berufsbildern

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Paper Pädagogisch-Didaktische Dimensionen von „komm auf Tour“.

Wirkung belegt

Nachweisbare Aktivierung, bessere Anschlussfähigkeit, gestärkte Kooperation in der Region ist seit vielen Jahren ein zentraler Maßstab unserer Arbeit.

Wir erreichen 60.000 Schüler:innen jährlich in rund 60 Kommunen – plus tausende Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und regionale Partner:innen. Damit gehört das Projekt zu den größten Angeboten frühzeitiger Berufsorientierung in Deutschland.

dekoratives Element

geben an, dass „komm auf Tour“ ihnen dabei geholfen hat, ihre Stärken zu entdecken.

dekoratives Element

der befragten Schüler:innen haben ihre Top-Stärke entdeckt.

dekoratives Element

der befragten Schüler:innen konnten erste Orientierungspunkte für ein Praktikum entwickeln.

Die detaillierten Ergebnisse finden Sie im aktuellen Wirkungsbericht 2024/25.

Zusammenspiel der Akteur:innen

„komm auf Tour“ wirkt über eine regionale Verankerung. Schulen, Erziehungsberechtigte, Betriebe und regionale Netzwerke – u. a. Agentur für Arbeit, kommunale Koordinierungsstellen, Kammern/Verbände und Beratungsstellen – arbeiten eng zusammen. So entstehen Einbettung und Anschluss.

Land oder Kommune:
Auftrag gestalten, regionalspezifische Ziele setzen, Finanzierung sichern.

Lehrkräfte:
Begleitung der Veranstaltungen, Vor- und Nachbereitung mithilfe von Unterrichtsentwürfen.

Erziehungsberechtigte:
Kennenlernen des regionalen Unterstützungsnetzwerks und Anregen von Gesprächen im häuslichen Umfeld.

Regionale Fachkräfte:
Nachhaltige Einbindung in bestehende Strukturen, Übergänge gestalten.

Module im Überblick

„komm auf Tour“ besteht nicht nur aus dem deutschlandweit bekannten Erlebnisparcours, sondern vereint verschiedene Projektmodule, die flexibel in landesweite und kommunale Konzepte eingebunden werden können.

Einstimmungsphase
Orientieren & Stärken entdecken

Jugendliche entdecken Interessen und Fähigkeiten, übernehmen Verantwortung und entwickeln erste Zukunftsbilder.

Erkundungsphase
Stärken in Arbeitswelten erleben

Jugendliche erproben ihre Stärken direkt im Betrieb, lernen Berufsbilder kennen und sehen, wie ihre Fähigkeiten in der Arbeitswelt eingesetzt werden.

Entscheidungs- & Erreichungsphase
Zukunftswege stärkenorientiert gestalten

Erfahrungen werden reflektiert und in konkrete Schritte wie Praktika- oder Bewerbungsplanung überführt, wobei persönliche Stärken jenseits klassischer Lernräume sichtbar werden.

Vertiefende Materialien